Ende Legende.

25
Okt
2015

Schluss, Aus, vorbei: Mit der Silvesterparty schließt das Zapatto am Hauptbahnhof nach mehr als zehn erfolgreichen Jahren seine Türen.

Die Ankündigung kommt überraschend und reiht sich ein in den Reigen der Clubschließungen (Suite, Ritzz) dieser Tage: Ende des Jahres macht das Zapatto im Mannheimer Hauptbahnhof seine Türen dicht. Seit mehr als zehn Jahren ist die Location eine feste Institution im Mannheimer Nachtleben, Wochenende für Wochenende tummeln sich hunderte Nachtschwärmer auf den dortigen Parties. Völlig uneitel in seinem Auftreten war es seit je her die Feierstätte für Leute zwischen Schicki-Micki und alternativ und kann auf eine nahezu einzigartige Dekade zurückblicken. Man ist nicht allzu weit von der Wahrheit weg, wenn man sagt, dass das Zapatto über die Zeit sicher der bestfrequentierteste Spot des Nachtlebens der Quadratestadt war. Es war auf gewisse Art der demokratischste Ort des Feierns, denn die meisten, aus der Clublandschaft bekannten Mechanismen galten die längste Zeit nicht für das Zapatto. Von zweistelligen Getränkepreisen ist man bis heute genauso weit entfernt wie von irgendeinem verbindlichen Dresscode oder dem manischen Zwang, besonders hip zu sein. Deswegen war mir das Zapatto auch über all die Jahre ans Herz gewachsen. Mit dem entsprechender Wehmut blicke auch ich zurück auf über zehn Jahre dort. Angefangen mit dem Campus Club ging es dann weiter mit den lange Jahre legendären Schneckenhof.de-Parties. Alles Geschichte. Was bleibt sind die Erinnerungen an unvergesslich lustige Abende mit unzähligen Freunden. Der letzte „Meilenstein“ war für mich die 90er Party, die seit mehr als fünf Jahren nun schon ihre Heimat im Zapatto hat.
Auch für sie und die verwandte 2000er Party wird ganz sicher nicht Schluss sein – so viel kann schon verraten werden. Wo die Reise hingeht, bleibt allerdings noch offen.

Der Freitag steht seit je her im Zeichen der lateinamerikanischen Musik, Salsafreunde aus dem gesamten Rhein-Neckar-Raum schwingen dort Woche für Woche das Tanzbein. Man kann davon ausgehen, dass diese höchst erfolgreiche Veranstaltung nicht einfach zu Ende sein wird, doch wo und wie sie fortgeführt wird, entzieht sich derzeit meiner Kenntnis.

Doch was wird aus der Location am Hauptbahnhof? Gerüchte gab es zuhauf zuletzt: Vapiano, Hans im Glück, Maredo – vieles war im Gespräch, wenig bis gar nichts davon dürfte stimmen: ab 1.1.2016 bezieht auf jeden Fall ein neuer Pächter die Räumlichkeiten im Hauptbahnhof – allerdings nach einem Umbau, definitiv nicht unter dem Namen Zapatto und ohne das angesprochene Partyprogramm. Ob und wie es für die einzelnen Veranstaltungen weitergeht, erfährt man bei Zeiten auf der Facebookseite des Zapatto.

Was bleibt ist eine zweimonatige Abschiedstour, die am Neujahrsmorgen mit einem mehr oder minder großen Kater endet. Mir wird es sicher fehlen, das Zapatto – und ich kenne viele, für die es lange Jahre ebenfalls eine lieb gewonnene Heimat war – ganz gleich wo und wie man heute feiert. Doch noch ist nicht Schluss. Es gibt noch einige wenige Gelegenheiten zum Abschied nehmen. Mir persönlich bleiben noch drei Abende (2x 90er, 1x 2000er) – dann schließt sich ein umfangreiches Kapitel meines Nachtlebens wohl für immer.
Komisch, irgendwie.

 

 

2 Kommentare
  1. Sehr gut geschrieben. Trifft es genau auf den Punkt. Werde das Zapatto vermissen. Aber die Erinnerungen an legendäre Nächte bleiben.

    Antworten
    1
  2. Habe mehr als 5 Jahre nun dort quasi einen Teil meiner Freizeit verbracht. Sei es die Salsa-Abende, die 90er Party’s oder auch die Schnitzel XXXL Events. Es war eine super Zeit, gerade die Atmospäre war toll. So long, take care.

    Antworten
    2

Schreibe einen Kommentar