Shoppingparadies Mannheim?

03
Sep
2014

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Mannheim ist unter den deutschen Mittelstädten das Einkaufsparadies. So belegt dies zumindest das aktuelle City-Ranking des Immobilienberaters Comfort, das die Lebensmittelzeitung zitiert. Doch was heißt das eigentlich genau?

Klar, die Planken genießen zweifelsfrei überregionalen Ruhm – und die Liste der in Mannheim vertretenen Modeketten ließt sich nahezu lückenlos. In dem kürzlich veröffentlichten Benchmark erreicht Mannheim in der Kategorie „Attraktivität des Einzelhandels“ satte 94 von 100 möglichen Punkten – Platz eins. Und auch bei der Bewertung der Gesamtattraktivität schneidet Mannheim bestens ab – Platz zwei nach Münster. Hier werden noch Faktoren wie Demografie, Kaufkraft und Immobilienlage mit einbezogen. Ist die Quadratestadt also das Einkaufsmekka unter Deutschlands mittelgroßen Städten?

Es tut sich einiges, und lässt man den Blick im Umfeld kreisen, macht Mannheim zweifelsfrei den Anschein, anderen Städten vergleichbarer Größe meilenweit voraus zu sein. Die kerzengeraden Planken sind von der Anlage eine Einkaufsstraße wie aus dem Bilderbuch, und auch Kunststraße/Kapuzinerplanken  machen richtig was her. Und auch die Fressgasse erfährt seit geraumer Zeit eine Aufwertung, befeuert unter anderem durch das Großprojekt Q6/Q7. Die breite Straße hinkt da noch etwas hinterher. Als ich vor elf Jahren nach Mannheim zog, war ab dem Marktplatz eigentlich nur noch Kraut & Rüben, mittlerweile wird von oben und unten kommend auch dort schrittchenweise an der Aufwertung gearbeitet – siehe Abendakademie, Mömax und der kurz vor der Eröffnung stehende Decathlon. Und zwei weitere Werte lassen erahnen, wie es weitergehen könnte: mit 28.000 qm ist die Mietflächennachfrage in Mannheim deutschlandweit am zweithöchsten, der Preis pro Quadratmeter mit 145 Euro ebenfalls hoch – es dürfte also weiterhin viele Geschäfte nach Mannheim ziehen.

Doch diese Entwicklung birgt Risiken: es ist kein Geheimnis, dass sich die Innenstädte ähneln wie ein Ei dem anderen. Die großen Handelsketten verdrängen Einzelhändler aus den Toplagen, die meist nicht die Möglichkeit haben, die aufgerufenen Preise bei der schier übermächtigen Konkurrenz mitzugehen. Es bleibt den kleineren, oft inhabergeführten Geschäften also nur der Gang in die weniger frequentierten Nebenstraßen. Es ist eine stadtplanerisch anspruchsvolle Aufgabe, diese so aufzuwerten, dass auch die „Kleinen“ nicht untergehen. Denn genau die machen heute neben den großen, allgegenwärtigen Ketten den Unterschied aus. Alleinstellungsmerkmale einer attraktiven Einkaufsstadt können nur Geschäfte sein, die es mit ihrem Angebot und Service nicht überall gibt, wie Designerboutiquen oder Second-Hand-Shops. Läden wie bspw. Come-Back, das Markthaus Mannheim, Blaze und der US-Shop sind feste Ziele bei meinen Shopping-Touren durch die Innenstadt, und auch die hochwertige, türkische Geschäftsszene jenseits des Marktplatzes mit den Brautmoden hat Charme und viele Kunden. Hier noch mehr zu bieten, da hat Mannheim definitiv noch Potential, das aber problemlos genutzt werden kann – die Aufwertung der Straßenzüge abseits der Planken ist da ein guter Weg. Man muss auch kleinen Geschäften die Luft zum Atmen lassen, denn nur ist Einkaufen in Mannheim wirklich attraktiv.

Eines dieser Alleinstellungsmerkmale ist trotz aller Größe auch und vor allem engelhorn mit seinen Geschäften. Ein großes Angebot mit gutem Service, kombiniert mit attraktiven Ladenflächen und dem Anspruch, Einkaufen als Erlebnis zu gestalten. Das mag nicht jedermanns Sache sein – für Mannheim ist es aber ein wichtiger Motor. Und auch das Engagement über das bloße Verkaufen von Waren hinaus finde ich beachtlich: nicht jeder schmückt seine in der Natur der Sache liegend hässlichen Baustellengerüste mit Grün zu einem schönen Bild. Und auch das Konzept der verschiedenen Läden mit verschiedenen, zentralen Standorten gefällt mir besser als eine All-in-one-Kaufhaus-Lösung. Ich persönlich bummle lieber über offene Straßen von Geschäft zu Geschäft als durch große Malls wie die Rhein-Galerie oder das Rhein-Neckar-Zentrum, wo man bei längerem Aufenthalt stundenlang frischer Luft und Tageslicht abschwören muss – aber das ist sicher Geschmackssache.

Wie ist es also um die Einkaufsmöglichkeiten in Mannheim wirklich bestellt? So gut wie in der Studie bescheinigt, oder doch ganz anders? Was ist für Euch erste Wahl in Sachen Shopping?

Hier noch der komplette Artikel aus der Lebensmittelzeitung:

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2 Kommentare
  1. Gruss

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  2. Und wen genau grüßt Du, Ruppert? 😉

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