Wenn Rainer eine Reise tut…

17
Sep
2015

Der Mannheimer Rainer Zietlow macht gerade eine wahrlich furiose Tour mit seinem Auto – von Südafrika nach Norwegen. Und so dem Zitat „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“ aus Matthias Claudius‘ Gedicht „Uriahs Reise um die Welt“ von 1786 alle Ehre.

19.000 Kilometer in 10 Tagen. Von Südafrika zum Nordkap. Mit dem Auto. Das ist die zweite Auflage der Cape 2 Cape Tour, organisiert, geplant und gefahren von Rainer Zietlow. Der Mannheimer bahnt sich seinen Weg durch die insgesamt 19 Länder zum Nordkap mit einem nahezu gewöhnlichen VW Touareg, lediglich ein Überollkäfig und ein größerer Tank wurden eingebaut: so kann die Crew knapp 3.000 Kilometer ohne Tankstopp ununterbrochen fahren.

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Los ging die Rekordjagd am vergangenen Freitag, und heute, nach ziemlich genau sechs Tagen, hat Zietlow den afrikanischen Kontinent hinter sich gelassen und fährt über Israel der Türkei und damit Europa entgegen. Natürlich macht der Zietlow, der sich selbst als autoverrückt bezeichnet, die Tour nicht alleine: Zeit, Raum und Steuer teilt er sich mit dem jungen Marius Biela, der vor allem auch für die eindrucksvollen Bilder und Videos zuständig ist, und Sam Roach, der die ausführlichen Blogbeiträge verfasst.
Bereits seit 2005 versucht sich Rainer Zietlow für VW an derartigen Weltrekordfahrten, und hat dabei schon einiges erlebt, unter anderem ist er von Australien nach St. Petersburg gefahren.

Die aktuelle Tour fährt er indes schon zum zweiten Mal. 2014 hat er sie in umgekehrter Richtung binnen 21 Tagen absolviert, ein Unfall führte da zu einer längeren Zwangspause. Dieses Jahr soll es dann in maximal zehn Tagen geschafft sein – und bisher läuft alles nach Plan.
Unwägbarkeiten gibt es viele bei so einem Vorhaben: Wetter und Technik sind Faktoren, die schwer zu beeinflussen sind. Und einige der zu passierenden Grenzübergänge sind alles andere Wohlfühloasen.
Und was macht man eigentlich, wenn man zehn Tage 24 Stunden lang auf engstem Raum zusammengepfercht verbringt? „Man muss sich gut anschweigen können“ sagt Zietlow – und vermutlich weiß jeder, was er meint, der öfter mal mit anderen längere Strecken im PKW verbringt. Es gibt die unangenehme Stille, und die, die akzeptiert und gewollt ist. Kurzum: die Chemie muss stimmen. Das scheint bei Zietlow und seiner Crew der Fall zu sein, denn speziell mit Marius fährt er seit Jahren die denkbar längsten Strecken – da sollte man annehmen, sich das meiste schon gesagt zu haben.

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Das ist irgendwie auch die Antwort auf die mögliche Frage, was man eigentlich können muss, um mit einem solchen Projekt ins Guinessbuch der Rekorde zu rasen? Auto fahren? Kann ja so schwer nicht sein. Doch es braucht wohl neben fahrerischem und technisch-handwerklichen Geschick vor allem einen umgänglichen, einnehmenden Charakter, um all das zu managen, was nötig ist, um auf diesem teils doch beschwerlichen Weg voranzukommen. Rainer Zietlow ist definitiv ein Typ: ihm nimmt man das Abenteuer auf den ersten Blick ab. Klar in seiner Ansprache hat er immer einen lustigen Spruch auf den Lippen – und weiß, wie man Menschen mit Geschichten für sich gewinnt. Ein Teufelskerl, mit dem ein Abend an der Bar sicher nicht langweilig wird.
Beispiel gefällig?
Kurz vor der Abreise nach Afrika im August besuchte uns Rainer zuhause, um ein wenig neue Musik mit auf die lange Strecke zu nehmen. Kaum die Wohnung betreten, fiel ihm auf, dass er hier schon mal auf einer Party gewesen ist – vor Jahrzehnten. Und mit erstaunlich detaillierten Erinnerungen an die bescheidene Hütte, die er anschaulich wiedergibt.

Nun sind er und seine Crew auf dem Weg Richtung Norwegen, ausgestattet mit allerlei moderner Technik. Interessant ist die Fahrt vor allem auch für große Unternehmen wie Intel, HP und HBM, die hier im Zusammenspiel alle möglichen Daten während der Fahrt erheben und cloudbasiert quasi in Echtzeit jedem auf der Welt zur Verfügung stellen. Auf der Homepage der Tour kann man sich mit allen Infos versorgen, die neuesten Bilder, Videos und Blogeinträge verfolgen und auf einer Karte den exakten Standort des Touareg einsehen.
Mit dabei außerdem: Mannheim.at!

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Kein Witz! Als kleiner Dank für unsere Unterstützung in Sachen Video und Musik prangt unser Logo am Heck neben dem Nummernschild und „frisst“ Wüstensand. Schon cool, irgendwie.

Bleibt die Frage: was macht Zietlow, wenn er in Norwegen angekommen ist? Kann jemand wie er, der weit über 100 Länder mit dem Auto bereist hat, überhaupt länger an einem Ort sein?
„Pläne für 5-6 Weltrekordfahrten habe ich noch“ verrät der Mannheimer, ohne konkreter darauf eingehen zu wollen.

Man darf gespannt sein, wohin die nächste Reise führt.

Hier geht’s zur Homepage der Cape 2 Cape 2.0 Tour mit allen Bildern, Videos und dem aktuellen Standort.

 

 

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