Mannheims feuchter Traum.

08
Jul
2015

Wie Phönix aus der Asche schoss im Sommer 2013 eine Idee, die Mannheim begeisterte: das Buschbad 2014. Nach dem Sommer wurde es dann erwartungsgemäß ruhiger – doch nun erwacht Mannheims feuchter Traum zu neuem Leben.

Es war irgendwie das Sommerthema 2013: kaum hatten die drei jungen Architekten und Stadtplaner Robin, Wulf und Timo ihre Idee im Internet präsentiert, ging sozialmedial voll die Post ab. Groß war die Lust auf eine frische Idee, die den generell in Wallung geratenen Jungbusch beleben und mit dem Wasser vereinen könnte. Machbarkeiten waren damals noch wenig ausgelotet, und mit den Richtung Herbst fallenden Temperaturen kühlte auch der Hype um das Buschbad merklich ab. Doch während viele Ideen dann sterben, das Buschbad blieb lebendig.

Gruppenbild

Buschbad-Visionäre Timo, Wulf & Robin (v.l.n.r.)

Im Rahmen des Nachtwandels setzten Robin, Wulf und Timo gemeinsam mit Sunshine Live ein Buschbad „light“ um: aus Europaletten, Plane, Kunstrasen und Wasser entstand Nightshine – und war einer der Publikumsmagneten des beliebten Kiez-Wochenendes im Oktober.

Zeitsprung: Sommer 2015. Temperaturen um die 40 Grad. Schweißgeruch und ausverkaufte Ventilatoren. Die Hitze drückt. Idealer Nährboden für eine erfrischende Idee. Seit ein paar Wochen rumort es wieder rund um die Vision des Buschbads.
Der Grund dafür: zum ersten Mal haben die Mannheimer die Möglichkeit, eigene Projekte und Ideen Flügel zu verleihen, in dem sie in den neuen Beteiligungshaushalt der Stadt eingebracht werden. Finden sich dort mindestens 100 Unterstützer und übersteht die Idee eine erste fachliche Prüfung,  kann sich der Stadtrat damit befassen.
Und so reichte das Triumvirat junger Visionäre seine coole Idee für schweißtreibende Tage in eben jenem Beteiligungshaushalt ein – und sammelte binnen drei Tagen die nötigen 100 digitalen Unterschriften, Tendenz weiter steigend. Doch damit soll noch nicht Schluss sein, vielmehr hofft Robin auf noch mehr Rückenwind:
„Wir sind total glücklich, die erste Hürde innerhalb von drei Tagen geschafft zu haben. Jetzt geht es darum, noch mehr Stimmen zu sammeln und zu zeigen, dass viele Menschen hinter dem Projekt stehen“.

Luftbild

Noch gut zwei Wochen können alle Mannheimer dem Projekt ihre Stimme geben und „mitarbeiten“ an der Vision des Buschbads. Viel braucht es dafür nicht: einfach hier auf der Seite des Beteiligungshaushalts anmelden und dem Projekt seine Stimme geben. Mehr als 350 sind es schon jetzt, damit logiert das Projekt aktuell auf Platz 2 knapp hinter der Einführung der Gelben Tonne. Für die drei Initiatoren geht es dann vor allem darum, in einer Machbarkeitsstudie einen geeigneten Ort zu finden und abzuklären, welche weiteren Schritte für eine Realisierung notwendig sind.

Es ist also noch weiter Weg bis zum Buschbad, keine Frage. Eins steht aber auch fest: Mannheim macht zu wenig aus seiner bevorzugten Lage zwischen zwei Flüssen. Fast schon stiefmütterlich geht man mit den Flussufern um. Genau deshalb sind Ideen wie das Buschbad 2014 der richtige Motor, wenn es darum geht, eine Stadt weiterzuentwickeln und lebenswert zu machen. Umso schöner, wenn Sie aus der Mitte der Gesellschaft kommen. Sozusagen Bürgerbeteiligung at it’s best.

Unsere Stimme hat das Buschbad sicher. Wir drücken Robin, Wulf  und Timo, aber vor allem uns selbst, die Daumen, dass das Buschbad mehr wird als Mannheims feuchter Traum: Realität.

Link zum Projekt „Buschbad 2014“ im Beteiligungshaushalt der Stadt Mannheim

Buschbad 2014 – die Webseite der Vision

Das Buschbad 2014 – auf Facebook

Ein Kommentar
  1. Mannheim bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit. Diese aber in die Tat um zu setzen ist den meisten Stadtvätern nicht in ihr verstaubtes Gehirn zu bringen, Es würde der Stadt mit geringem Aufwand einen positiven Schub geben. Es würde der Gastronomie ein Mini sprechen geben. Ein Ort der Geselligkeit und auch ein wenig den Alltag vergessen lassen.

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