Neue Platte: Burger Recordz

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Quick Lunch, Folge eins: Wo früher Lenok’s seine Burger briet, läuft jetzt Burger Recordz. Kleine Karte, kleiner Laden, faire Preise, leckerer Stuff – und ein Detail, das ich so noch nirgendwo gesehen habe.

Ein neues Format auf MANNHEIMAT, und es ist schnell erklärt: Quick Lunch. Kein Termin mit den Machern, kein Philosophieren über Konzept und Markenkern. Rein, bestellen, essen, bewerten. Es zählt, was auf dem Tablett liegt, was es kostet und wie es sich drumherum sitzt. Anonym getestet, selbst gezahlt.

Den Anfang macht ein Laden, der eigentlich gar nicht so neu ist. Zumindest nicht die Adresse.

Neue Platte, alter Platz

In N4 15 wurden schon früher Burger gegrillt, hier war Lenok’s zu Hause. Mit Burger Recordz ist das Thema geblieben, der Laden aber kaum wiederzuerkennen.

Weiße Fliesen mit dunklen Fugen, eine Sitzbank aus hellem Eichenholz, darunter orangefarbenes Licht. Dazu Edelstahltische und Metallstühle im selben Orange, an der Wand leuchtet der Name in Neon. Mehr braucht es nicht, und mehr gibt es auch nicht. Der Ladenbau ist einfach und klein – und genau das macht ihn sympathisch. Kein Diner-Kitsch, kein Schnickschnack. Puristisch und urban.

Bestellt wird am Tisch: QR-Code scannen, digitale Karte öffnen, direkt im Handy bezahlen. Wer lieber nach oben schaut, findet die Karte natürlich trotzdem groß und gut lesbar über der Theke. Und kann natürlich auch da ordern.

Klein, aber fein

Die Karte ist überschaubar: neun Burger, den Kidsburger eingerechnet, zwei Sandwiches, Chicken Tenders, eine Handvoll Sides und Dips. Die Beef-Burger kommen mit Angus Beef, die meisten liegen bei 10,90 Euro. Jeder davon ist für einen Euro Aufpreis auch mit Plant-based Patty zu haben, Ketchup und Mayo gibt es gratis. Für das, was auf dem Tablett landet, eine faire Rechnung.

Eine Sache hat mich dann doch gewundert. Der East 6th Street, ein Smashed Double Beef mit Bacon, Cheddar, Senf und Ketchup, kostet 8,90 Euro – zwei Euro weniger als die meisten Angus-Kollegen. Klar, Angus hat seinen Preis. Trotzdem hätte ich beim doppelten Patty eher die umgekehrte Rechnung oder zumindest Equal Pay erwartet. Für Sparfüchse ein Tipp, für alle anderen ein kleines Rätsel.

Auf dem Tablett

Der Burger: richtig gut, und angenehm unaufgeregt. Nicht überladen, nicht auf Instagram-Höhe gestapelt, sondern so gebaut, dass man ihn tatsächlich essen kann, ohne dass die Hälfte auf dem Tablett landet. Keine Selbstverständlichkeit in einer Stadt, in der Burger gern mal eher Statik als Gericht sind.

Die Pommes: dick geschnitten und super lecker. In der Parmesan-Variante für 6,90 Euro, mit geriebenem Käse und heller Sauce obendrauf, sogar noch eine Spur besser.

Und dann ist da noch dieses Detail. Zum Essen stellt man eine Box mit orangefarbenen Einweghandschuhen auf den Tisch, damit man den Laden mit sauberen Fingern wieder verlässt. Ein ziemlich lustiges Gimmick, das ich so noch nirgendwo gesehen habe. Farblich passt es übrigens perfekt zu den Stühlen.

Was fehlt

Ein bisschen Abwechslung. Aktionsburger, ein Burger des Monats, irgendetwas, das Stammgäste neugierig wiederkommen lässt. Die kleine Karte ist beim ersten Besuch ein Vorteil, beim fünften wird sie eng. Um im Bild zu bleiben (Achtung, Wortspiel): Auch das beste Album braucht ab und zu eine neue Single.

Fazit

Der ganz große Hype im Burger-Game ist vorbei, und Mannheim ist mit Burgerläden gut versorgt. Burger Recordz erfindet das Genre nicht neu, muss es aber auch nicht. Gutes Essen, faire Preise, ein Laden ohne Schnickschnack – eine sehr gute weitere Adresse in der Innenstadt.

Und spätestens im Sommer spielt der Laden seinen Trumpf aus: Unter der Markise stehen lange Holzbänke, Die Terrasse lockt mit vielen Außenplätzen. Dann darf aus dem Quick Lunch gern auch mal ein längerer werden

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